Dienstag, 20. Oktober 2009

Eine Seele von Mensch oder: (M)ein Traum in Fady


Dass sich für mich einmal die Möglichkeit ergibt, Fady persönlich zu treffen, habe ich mir zwar immer erträumt, aber eine Erfüllung dieses Traumes nie zu hoffen gewagt. Und dass es ausgerechnet mein leidenschaftlicher Faible des Bilderbetrachtens, -speichern und -archivierens sein sollte, der mir das beschert, habe ich schon gleich gar nicht gedacht. Wahrscheinlich werde ich das Erlebte auch nicht annähernd adäquat wiedergeben können; selbst nach einer Woche Verarbeitung und gemeinsamer Rückschau mit Ela, der zweiten glücklichen Gewinnerin unseres Meet & Greets bei den Hamburg Sounds, weile ich noch in Fadytopia und alles erscheint unwirklich, ist lediglich ansatzweise realisiert.

Die Nacht zum Montag habe ich wie erwartet nicht schlafen können und durchwachend mir alle Szenarien durchgespielt, bei denen etwas schiefgehen könnte, wenn ich auf Fady treffe, von Ohnmachtsanfällen, peinlichem Schweigen, wirres Zeug stammeln, vielleicht gar anfangen mit Weinen, weil mich die Situation überfordert, in jedem Falle: Mich vor meinen Lieblingskünstler bis auf die Knochen zu blamieren, war ausgemachte vorausgesehende Tatsache. Ich war auch den ganzen darauffolgendenTag über sehr nervös und hatte große Bedenken, ob denn ein einigermaßen zwangloses Gespräch zustandekommen würde; dass uns von verschiedenen Seiten zum Teil ganz unterschiedliche Tipps gegeben wurden, machte das ganze nicht unbedingt leichter. Schüchtern wie ich bin brauche eine gewisse Zeit, um in Gespräche einzusteigen oder diese gar zu initiieren. Dabei habe ich mir immer so sehr gewünscht, einmal mehr als die drei Sätze, die ich bei allen anderen Gelegenheiten, die sich mir boten, zusammengenommen die Möglichkeit hatte, von mir zu geben, mit Fady wechseln zu können, mit der Voraussetzung, dass ich zu vernünftigem Sprechen überhaupt noch fähig bin, wohlmöglich gar auf "Augenhöhe", von wegen geistreich, gewitzt und eloquent sein. Ich stehe mir halt oft und gern selbst im Weg.

Von daher konnte ich mich auch gar nicht recht auf das Konzert konzentrieren und als vor dem M&G so sehr viele Aufnahmen von uns gemacht wurden, war ich vollends aufgeregt, dass ich am liebsten noch weggelaufen wäre: Das wird nichts, davon war ich überzeugt.


Und bzw. aber: Nein. Denn es war sehr, sehr angenehm, sich mit Fady zu unterhalten: Kaum hatten wir die Garderobe betreten, wobei ich Ela gerne den Vortritt gelassen hätte, aber sie wollte nicht, empfängt uns ein strahlendschöner und erfrischter Fady mit seinem wunderbaren Lächeln und buchstäblich offenen Armen, begrüßte und erkundigte sich nach uns, begann ein Gespräch, es ging um unseren Eindruck vom Auftritt, die neuen Songs, das kürzlich angeschaffte Mikro, die verschwitzten Auftrittssachen, von woher wir kommen, was wir machen, ob wir in Recklinghausen dabei sein werden, die anderen Bands. Und eigentlich sollte er schleunigst zu der anberaumten Autogrammstunde, dennoch hat er zunächst unsere Autogrammwünsche erfüllt und wir durften sogar ein Bild machen, für Ela wie für mich das erste richtige. Habe ich mir anfangs nur gewünscht, er, dieser Film, denn irgendwie stand ich schon die ganze Zeit ein wenig neben mir, solle, ohne dass ich in Ohnmacht falle und mich vollends blamiere, vorübergehen, wollte ich ehrlich gesagt am Ende dieses Treffens, dass es nicht so schnell vorbeigegangen wäre.

Selbst wenn verständlicherweise die Aufregung in Gegenwart dieses einzigartigen Menschen nicht völlig verschwindet, versteht Fady es auf bemerkenswerte Weise, sie einem größtenteils zu nehmen. Zudem, und das ist die eigentliche Erkenntnis und das Wichtigste für mich, strahlt dieser Mann eine unglaubliche Ruhe aus, die ihresgleichen sucht und sich selbst auf ausgesprochene Nervenbündel wie mich überträgt, wunderbar, es ist schön in seiner Nähe, man fühlt sich nicht unwohl, sondern regelrecht gut aufgehoben: Fady ist sehr lieb, unvoreingenommen und äußerst herzlich sowie ehrlich interessiert an seinem Gegenüber, dabei sehr höflich und auch aufgeräumt; dass er kurz zuvor einen nicht unbedeutenden Auftritt absolviert hatte, war ihm nicht anzumerken.

Fady hatte zu allem, was wir sagten, eine Assoziation und er macht sich, das wird deutlich, viele Gedanken, so zum Beispiel, dass und ob ihn andere wegen seines Akzentes, den wir so sehr lieben, bei einem deutschen Song eventuell auslachen könnten. Aber jemand, der auf unsere Bedenken wegen der Autogrammwünsche und hinsichtlich der fortgeschrittenden Zeit mit "Kein Thema" reagiert und bei anderer Gelegenheit "Dingens Bummens" in die Runde warf, muss sich um seine Deutschkenntnisse und seine Aussprache keine Sorgen machen. Auf der anderen Seite wirkt er wieder so unbedarft und neugierig wie ein Junge, der erst noch in die große Welt hinaus will.

Obgleich man an etliche Bilder und Videos gewöhnt ist und schon einige Live-Auftritte erleben durfte, ist eine derartige Zusammenkunft wirklich etwas besonderes und einem solchen persönlichem (Aufeinander-)Treffen wohnt ein ganz eigener Zauber inne, das kann kein Bild oder Mitschnitt der Welt wiedergeben. Ich bin sehr glücklich und unendlich dankbar für dieses einmalig-schöne und traumgleiche Erlebnis.

Fady ist gewiss ein begnadeter Künstler, in erster Linie jedoch ein wundervoller Mensch.

Vielen Dank an alle,
die uns das ermöglichten.
Ela und Mandy.

(by Mandy, Fotos by smiles)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Danke danke danke, liebe Mandy!! Ich hätte an deiner Stelle bestimmt einfach umgekippt, aber es ist trotzdem so wundervoll über diese Ruhe und Harmonie, die von Fady ausgeht, zu lesen:)) ganz toll geschrieben!
LG Lilia

Anonym hat gesagt…

oh mein Gott, Mandy, wie wundervoll geschrieben, ich hab Tränen in den Augen. Ich freue mich unendlich für dich, dass du dieses wunderschöne Erlebnis mit Fady hattest. Wie schön ist es, zu lesen, wie unglaublich aufgeregt und nervös du warst, denn so ergeht es vielen Fans und das ist auch gut so, denn es sollte immer etwas ganz einmaliges bleiben, Fady treffen zu dürfen. Und dieser traumhafte Moment wird dir immer in Erinnerung bleiben, weil er wo wertvoll ist für dich. Dankeschön, dass du uns so liebevoll daran teilhaben lässt. Ich freue mich so sehr für dich.

Katrin

TinaT hat gesagt…

Wunderschön geschrieben. Ich war zwischen weinen und lachen. Es ist mit Sicherheit was ganz besonderes, wenn man Fady mal "fast" für sich alleine hat. Ich kann all die Bedenken und Überlegungen, die du hattest, nachvollziehen. Mir wäre es nicht anders ergangen.