Mittwoch, 7. September 2011

Stimme, Piano, Sax und zwei Gitarren

Das diesjährige FC-Konzert "Sunset Colours" fand also in Hamburg statt, in der Laeisz-Musikhalle, die eher für klassische Aufführungen bekannt ist. Auch der kleine Saal, in den wir geladen waren, bot ein sehr gediegenes Ambiente und akustische Bedingungen vom Feinsten, schon optisch zu erahnen angesichts der bogenförmigen Decke über der Bühne.

Leider entsprach der Einlaß nicht ganz dem Rahmen - es wurde gedrängelt und gerannt und dann kam der "erzieherische" Teil: die Saaltüre blieb noch lange verschlossen, und dank zweier Treppen und dreier Türen waren die Karten neu gemischt - nach dem Motto: Anstehen, was ist das? Zweiter Wermutstropfen: Es blieben Plätze leer. Lag es an den gleichzeitig stattfindenden Großveranstaltungen ("Alstervergnügen", Riesen-Open-Air-Konzert auf der Trabrennbahn) ?

Schluß mit Meckern: Das, was die erschienenen und nun endlich sitzenden Zuschauer erleben durften, erfüllte alle Erwartungen, die diese tolle Location nur wecken konnte. Als Vorprogramm standen zwei nette junge Sänger mit akustischen Gitarren auf der Bühne (The Kite Theory). Fady erschien wie angekündigt mit Pianist und Saxophonist - unserem Lieblingspianisten Ric Engelhardt und dem vor erst 2 Tagen eingesprungenen Volker Schlott. Während des Konzerts bedankte sich Fady für dessen tolle Arbeit - ein Kompliment, das Volker umgehend per Geste zurückgab.

Fady begann mit einem französischen Chanson, der "Hymne à l'amour" von Edith Piaf, und man spürte gleich mit den ersten Klängen, daß hier alles zusammenpaßt: Fadys Stimme ist in Top-Form und wird die akustischen Möglichkeiten dieses Saals voll ausreizen. Wir wurden dann mit Songs ganz unterschiedlicher Stile verwöhnt, mal wieder mit Fadys tiefen Tönen, und auch die hohe Stimmlage fehlte nicht. Letztere war sparsamer eingesetzt als noch in Köln, und wirkte dafür effektvoller. Eins von vielen Highlights: "Belle" aus "Notre Dame de Paris", normalerweise wird das von drei kraftvollen Stimmen vorgetragen. Um es mal mit den Worten eines fast vergessenen Juroren längst versunkener Tage bei einem ähnlichen Anlaß auszudrücken: Ich habe die anderen nicht vermißt.

Als Bonbon stellte Fady einen neuen Song für das dritte Album vor, dabei und bei zwei weiteren Titeln wurde er von den Gitarren der Vorgruppe begleitet. Auch das paßte gut. Fadys fröhliche Ader kam vor allem bei dem witzigen "Je ne veux pas travailler" zum Vorschein, ebenso bei kleinen Zwischenansagen und schließlich bei dem äußerst kessen "Kiss", der dritten und letzten Zugabe. Das war so voller Sing- und Spielfreude vorgetragen, daß es schwerfiel, dies als Konzertende zu akzeptieren.

Fazit: Es war ein Auftritt, der die Liste der besonderen und unvergeßlichen Fadykonzerte mal wieder um eines verlängert.

(text by uneFan, photo by schnoobs)

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Wie wahr, auch nach 3 Zugaben hat man eigentlich noch lange nicht genug;)
Danke für's Teilen Deiner Eindrücke, ein toller Bericht!

dreamdancer

TinaT hat gesagt…

Wie immer war mein Gedanke nach dem Konzert „Das war jetzt das Beste.“ :))
Dieses Konzert war aber auch wirklich sehr gelungen. Die Songauswahl, die Akustik, das Flair, welches die Halle hatte, und nicht zuletzt natürlich Fadys Stimme. Dieses Mal waren wieder mehr die tiefen Töne zu hören, die ich so liebe. Aber auch die hohen Töne kamen für mich perfekt rüber. Dazu trug er die Songs mit einer Leichtigkeit vor, die ansteckend wirkte.
Mal wieder ein rundum gelungenes Konzert.