
Bericht folgt - ihr kennt das ja...
.... und weil ihr dieses Mal etwas länger warten musstet, gibt es direkt zwei Berichte!

Plötzlich und ohne Ankündigung begann das Konzert. Die erwarteten Vorgruppen gab es nicht. Meine Süße rannte völlig aufgeregt zum Ausgang um zu telefonieren. . . . . . hatte sie doch noch nicht den Fandy am Fon, der unbedingt per Ohr zugeschaltet werden musste. Zunächst kamen die Jungs von der Band auf die Bühne, gleich hinterdrein ein gut gelaunter Fady, der mit Some Music auch sofort die „Massen“ in Stimmung versetzte… es mögen wohl etwa 100-120 Fans im Saal gewesen sein. Keine große Menge, aber es fühlte sich tatsächlich an wie ausverkauft.
Als 1. Zugabe sang Fady dann die All-Time-Hymne „Blessed“, der absolute Gänsehautschauer, bei dem auch die Fans textsicher und melodiefest einstimmten.
In Flensburg existiert ein Bier, dass "ganz schön dunkel" ist. Um das Roxy herum - mitten im Gewerbegebiet gelegen - herrschte Finsternis, nur unterbrochen durch ein paar funzelige Lämpchen. Und dies war - wie Fady erklärte - das letzte Konzert aus der "Into the Light"-Tour -
aber ob das der Grund war, ihn auf der Bühne fast schon lichtlos performen zu lassen? Die Zuschauerreihen wurde in pink und blau angestrahlt (sehr zu Fadys Freude, der uns mit "den neuen Haarfarben" fast nicht wiedererkannte) - ein paar Stellen auf der Bühne wurden auch ein paar Lux mehr zugeteilt - aber der Künstler?! Es muss ja nicht der Superscheinwerfer sein, kein kreischend helles Spotlight, keine aufwändige Lightshow... aber - call me oldfashioned - ich seh den Künstler gern. Wenigstens ein kleines Bisschen. Nun gut, es wurde ja nach ein paar Songs ein Mitarbeiter gesichtet, der, mit Leiter bewaffnet, durchs Roxy schlurfte, irgendwas oben an der Lichtleiste bewerkstelligte und die Helligkeit auf der Bühne um mehrere Taschenlampenstärken heraufsetzte und Andre gut ins Licht setzte. Ja, es war das letzte Konzert der "Into the Light"-Tour und wie Goethe hätten wir gern "Mehr Licht", nicht unbedingt als letzte Worte, aber dafür umso lauter gefordert - aber sobald Fadys Stimme erklingt, ist eh alles andere unwichtig. Licht, kein Licht, nur ca. 70 bis 80 Gäste - apropos: wo wart Ihr alle? Es kann doch nicht sein, dass so wenig Leute in den hohen Norden gefahren sind? Für Fady sind wir doch schon in andere, suspektere Orte gefahren... Smallville, Groß-Gerau, München.... :) Flensburg ist eine recht hübsche Stadt und lediglich zwei Stunden weiter weg als Hamburg. Und die vergehen beim Unterhaltungsprogramm der Bahn doch wie im Flug, denn man kann auf jeder Strecke ein neues Kapitel für "senk ju vor träwelling" schreiben, während man abwechselnd schockgefroren oder halbseitig geköchelt oder - wie Fady - von der Bahn in einen Ersatzbus verfrachtet wird, der heimtückische Omas birgt, die Fragen stellen. Ununterbrochen. Und anstrengend. Und nicht wirklich altersgerecht - auch Fadys Schulzeit ist ja doch schon ein paar Tage her. Flensburg ist recht hügelig (!) und hat ein Bier, dass beim Öffnen so schön "Fump" macht - also etliche Gründe dort mal vorbeizuschauen. Erst recht, wenn Fady dort singt!
Es. War. Toll. Es machte weder bei Fady und Band noch bei uns einen Unterschied, dass die Halle nicht voll war - es gab Entertainment pur. Fadys lustige Anekdoten und amüsante Einsprengsel, ein "Anytime", das erneut mit nie gehörten Facetten begeisterte, endlich mal wieder "Will you still love me tomorrow" (also ich, äh, ja, auf jeden Fall) - es war schön, alle Songs (nun ja, bis auf "My heart") vom letzten Album zu hören. "Summer Rain" - so intensiv. "Kissing Moonlight" - enrapturing. "Holding on to Water" .... dazu einige Songs des ersten Album und "Amazed" und - eat your hearts out, die ihr nicht da wart - so viel Zugaben wie nie! Es war natürlich wie immer viel zu schnell vorbei! Was sind schon ein/dreiviertel Stunden - nichts - sie vergehen wie im Flug ... und allzubald gab es die üblichen Fandyverabschiedungen, die meist nur noch aus abgefragten Städtenamen bestehen: Köln?? Köln!! - oder auch: - Berlin! - oder auch: Köln Köln Berlin!

Zusammenfassung und Schluß: Bei dem Voice & Soul Konzert in Hamburg zeigte sich Fady als ernsthafter und ernst zu nehmender Künstler. Das Konzept stimmt, damit kann er erwachsen werden und auch in Zukunft wachsen. Wobei wir ihm Unterstützung zusagen und ihn begleiten werden.
Kann das Oberhausen-Konzert als Quantensprung gelten in Fadys musikalischer Entwicklung, so wurde gestern ein Tor zu einer "neuen Welt - at last" aufgestoßen: ein Tor zu einem erwachsenen Fady, der in sich ruht und weiß, was er will. Der sich nicht (mehr) einem vorgeblichen Geschmacksdiktat unterwerfen muss, das seiner Stimme nie gerecht wurde. Ein kompromißloser Fady, der souverän und selbstbewusst seine Vielseitigkeit zeigt und sich der Musik wirklich hingibt. Fady und Jazz - das gehört zusammen. Ich habe schon immer sein völliges Versinken in seine Songs geliebt und wurde gestern reich belohnt mit Gesten, Mimik, Eintauchen in eine andere Welt. Besonders begeistert haben mich von Ralphs Arrangements die besonders gelungenen "Neu"versionen von alten Fadyhits: Some Music, Fire (immer wieder Fire), Blessed - allen drei Songs steht das neue Kleid sehr, sehr gut. Wir werden bei Fady ja verwöhnt mit immer wieder neuen Varianten seiner Songs bei Liveauftritten - aber gestern, bei der Premiere des neuen Programms "Voice & Soul", war ich doch überrascht von den jazzigen Fassungen - Fady war intensiver. Überzeugender. Richtiger. Selten kam seine außergewöhnliche Stimme so zur Geltung. Weiter so, Fady, das ist genau dein Ding! [wenn jetzt natürlich noch ein paar "orientalische" Songs in das Programm eingearbeitet würden, wäre ich der glücklichste Mensch der Welt :)) ].
Soll ich jetzt noch von den Gesten schwärmen, die ich heimlich "arabesk" nenne? Er sprach nicht nur mit seiner Stimme zu uns, nein, auch mit den Händen, die die Musik nachzeichneten, mitlebten. Soll ich von den tiefen Tönen sprechen, die mich mitten ins Herz treffen? Soll ich von Ralphs erleichtertem Aufseufzen nach dem Konzert berichten, der bei seinen so gelungenen Arrangements gar nicht notwendig gewesen wäre, wurde doch das Publikum (der größte Teil zumindest) direkt von der besonderen Stimmung des Abends erfasst? So wie Fady auf seinem Barhocker groovte, mit kleinen Gesten, ohne übetriebene "Show", so gingen auch die Anwesenden mit dezenterem Schwung mit: es gab tosenden Applaus für die Soli der sehr guten Musiker und kollektive Aufseufzer bei den noch besseren Stellen (wenn man denn nun den Auftritt in bessere und noch bessere Stellen überhaupt aufsplitten mag).Wie sagte Fady heute abend so treffend? "Eine neue Welt - at last" - dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen - zumindest erst mal nicht.... :) - denn wir sind wieder einmal sprachlos. Also same procedure: Impressionen und eine Setlist.

Meines Erachtens war es neben der stimmlichen Topform die lässige Selbstsicherheit und Lockerheit, mit der Fady unter anderem einigen altbekannten Songs einen „jazzigen Touch“ verlieh, die sprühend gute Laune, mit der er einfach jeden anstecken kann, das absolut sichere Spielen mit seiner gefühlvollen Powerstimme, das harmonische Zusammenspiel mit den Jungs und das einfach liebevolles Miteinbeziehen seiner Fandys.
chacht mit seinem Licht geflutet - eine Sonne, die ihr ganzes Umfeld aufblühen lässt.