Dienstag, 10. Februar 2009

Wendepunkte?


Ja, … Ja! Jaaa!!!

Das gestrige Konzert in Hamburg hat es wieder einmal gezeigt – Fady bleibt niemals an irgendeinem Punkt in seiner Entwicklung stehen … er entwickelt sich nach wie vor von Auftritt zu Auftritt weiter. Als eingefleischter (wenn auch vegetarisch eingestellter) Fan mag man vor jedem Konzert glauben, man kennt Fadys Gesang … und jedes Mal glaubt man, wieder etwas neues, und nebenbei den besten Fady-Auftritt gesehen zu haben!

Aber ich glaube (oder hoffe?), auch noch etwas anderes gesehen zu haben: Weitere Schritte zur Professionalisierung. Und einen Wendepunkt. Es gibt zumindest einige Argumente dafür:
  1. Der Rahmen, in dem das Konzert stattfand (Hamburg Sounds) war etwas Neues: Es handelte sich weder um ein Konzert, das ausschließlich für seine Fans organisiert wurde, noch um einen Auftritt im Zuge einer Promotion-Tour. Ein ernstzunehmender Rahmen, in dem sich verschiedene Künstler präsentiert haben (die zusammengerechnet wahrscheinlich eine längere Bühnen- als Fady Lebenserfahrung aufweisen) – und unser Fady passte absolut perfekt in diesen Rahmen!
  2. Fadys stimmliche Leistung war wieder hochklassig! Dieses Qualitätsmerkmal scheint sich zu einem Marken-USP zu entwickeln – wenn es das nicht bereits ist.

  3. Die Arrangements der Songs waren überraschend – mir gefiel das Duo Gesang-Gitarre richtig gut. Auch wenn (oder weil?) die beiden zeitweise etwas verwirrt wirkten (von Fady allein kennen und lieben wir das ja:-)), wirkte der ganze Auftritt wieder sehr sympathisch – und irgendwie neu.

  4. Der professionelle organisatorische Ablauf zeigte sich unter anderem bei der Autogrammstunde, bei der nie mehr als 2-3 Leute gleichzeitig hinter die Absperrung gelassen wurden (wenngleich die Tatsache, dass Fady als einziger Künstler eine Autogrammstunde gab, mir zunächst in diesem Rahmen unpassend schien). Aber natürlich musste ich mich selbst auch in die Schlange einreihen (ich konnte doch die Gelegenheit unmöglich verstreichen lassen, mein neues Shirt signieren zu lassen … vielleicht dieses mal sogar mit einem wasserfesten Stift). Den ich natürlich nicht dabei hatte – hatte ich doch nicht mit einer Autogrammstunde gerechnet. Aber nicht verzagen, Fady fragen – er hatte einen Stift, „der bleibt“ :-). Vermutlich werde ich mich dennoch wieder nicht trauen, das Shirt der Waschmaschine zu überlassen … Amüsiert hat mich eine witzige Geschichte am Rande: Meine Schwester (poison dwarf) war direkt vor mir dran. Fady lehnte sich entspannt lächelnd zurück und durchforstete scheinbar sein Gedächtnis, wo er sie schon gesehen hatte (er kam schnell auf Köln), und wartete dann einfach ab. Auf die absurde Idee, dass sie bei einer Autogrammstunde eventuell gerne ein Autogramm von ihm hätte, kam er offenbar überhaupt nicht. Meine Schwester, etwas verwirrt, aber ebenfalls lächelnd, tat dann das nächstliegende und gab – wie in einem Restaurant – eine Bestellung auf: „Eine Autogrammkarte, bitte“. Die Situation war so köstlich absurd, dass ich beinahe laut gelacht hätte. Das habe ich dann nachgeholt, als ich amenos völlig entsetztes Gesicht sah, nachdem Sie sich versehentlich die Hände gewaschen hatte – und dies, obwohl Fady kurz zuvor mit ihr abgeklatscht hatte. Liebste ameno, man wäscht sich in einem solchen Fall nie wieder die Hände, welch unverzeihlicher Fehler! ;-))

Zusammenfassend bleibt der Eindruck: Vieles war neu, und insbesondere auch professioneller als bei vergangenen Auftritten (sogar das Verhalten der Fans – sowohl untereinander als auch Fady gegenüber).


Beim gestrigen Event wurde nicht nur die gestiegene Erfahrung des Künstlers und seiner Fans deutlich, sondern auch die des Tourmanagements :-). Die Auswahl dieses Rahmens war mehr als gelungen – weitere Schritte in diese Richtung könnten mittel- bis langfristig bedeutsam werden.

Wichtig ist es jetzt, dass der professionelle Weg konsequent weiter verfolgt wird – kein Herumgespiele mit Zwischen- und semiprofessionellen Lösungen … für Sandkastenspiele ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt.
Fadys Karriere steht an einem Wendepunkt – und daher sollte besonders jetzt darauf geachtet werden, dass die einzelnen Aufgaben professionell umgesetzt werden. Sei es die Kontaktpflege zu anderen Künstlern, die Konzertorganisation, das Marketing, die Außenkontakte, oder die Arbeit mit den vorhandenen sowie die Gewinnung neuer Fans etc.

Für letzteres gibt es ja eigentlich einen Club, der sich (abgesehen von der FC-Konzertplanung) betreffend der Fankontakte und –gewinnung allerdings in letzter Zeit etwas zurückzuziehen scheint, was sehr schade ist, da dies eine wichtige und die ureigenste Aufgabe eines Fanclubs ist. Denn von Stammkundenpflege oder Neukundengewinnung war in Hamburg leider nichts spürbar, solche Gelegenheiten dürfen nicht ungenutzt bleiben.

Für eine ureigene Aufgabe eines Künstlers - die Kontaktpflege zu anderen Künstlern - war gestern wieder Gelegenheit. Neben Patrick Nuo im Publikum gab es beispielsweise Max Mutzke auf der Bühne – ein Max, der sein Castingshow-Image aufgrund professioneller Unterstützung inzwischen ablegen konnte. Ich hoffe, dass Fadys Kontakte zu anderen Künstlern vielleicht einmal in einem interessanten Projekt gipfeln. An dem jetzigen Punkt seiner Karriere könnten Anstrengungen in diese Richtung erfolgversprechend sein, solange sich Fady diese wichtige Aufgabe nicht aus der Hand nehmen lässt. Durch die intensive Kontaktpflege zu Künstlern, Agenturen, dem Management usw. könnte Fady die künftige Richtung vorgeben und mitlenken, und ich bin sehr gespannt, wie diese aussehen wird – der gestrige Abend war ein sehr überzeugender Vorgeschmack, der auf mehr hoffen lässt…

An einem Wendepunkt standen gestern auch die blogspot-schnukies. Wenn ich mich recht erinnere, war es ungefähr an der Ecke Kiez-Polizeiwache. Die Entscheidung darüber, doch noch in den Turm zu gehen oder dieses „spacige Marscafe“ zu suchen endete schließlich bei Astra und Budweiser im Subway – bis der Sandwich-Barista Feierabend machen wollte. Auch wenn ein wichtiges blogspot-schnukie fehlte (Kirsche, du bist zumindest mitschuldig daran, dass ich das ganze Bier wieder mit nach Hause nehmen musste ;-)! In diesem Punkt war – völlig überraschend – auch woman nicht die erwartete Unterstützung – schnukie, isch bin enttäuscht;-))

Mädels, auf unseren nächsten Hamburgbesuch sollten wir uns professioneller vorbereiten, oder besser noch: direkt mit in den Turm gehen! Aber es hat mal wieder richtig Spaß gemacht mit euch :-).

Wir harren freudig der kommenden Ereignisse …

(by Gwenwynfar, Fotos von DanieTiger und NDR: www.ndr903.de)

Kommentare:

Sunset hat gesagt…

Mit der beste Bericht, der hier jeh geschrieben wurde! Und davon gibts hier einige.
Kompliment!

LG
Sunset

Dominik Hennig hat gesagt…

Sehr scharfsinnig beobachtet und klug analysiert! Wichtig ist auch, daß Fady externen Sachverstand "abschöpft" und sich nicht auf diejenigen Vertragspartner verläßt, deren Engagement sich bis dato noch recht überschaubar ausnimmt.

Fady ist dabei sein unverschuldet trash-lastiges DSDS-RTL-MTV-VIVA-Image abzustreifen und ins gehobene Unterhaltungsfach zu wechseln, wo er für klarsichtige Zeitgenossen mit einem intakten Gehör sowieso schon immer hingehörte. Nevio ist es gelungen, sich freizuschwimmen, Fady wird das - nicht zuletzt auch mit unserer tatkräftigen Unterstützung - ebenfalls schaffen!

Ein kleiner Kritikpunkt zum Montag sei mir aber dennoch gestattet: Fady hätte, zwecks "Missionierung" der Laufkundschaft, ruhig etwas offensiver die Teile des inhomogenen Publikums ansprechen sollen, die nicht seiner eigenen, - beeindruckend stark vertretenen - Fankurve zugerechnet werden konnten! Ansonsten war es ein phantastischer Abend, der auch für einen Süddeutschen die lange Anreise gelohnt hat!

Katharina hat gesagt…

ICH WAR DABEI, und fand es großartig! Kannte die Fliegenden Bauten noch gar
nicht und bin positiv überrascht, von der Clubatmosphäre, in der Fady Maalouf mit seinen Songs faszinierte!!
Hoffe sehr, ihn dort mit der richtigen musikalischen Begleitung bei einem Solokonzert bald wieder zu hören. Würde aber auch keine Wege scheuen, wenn
es woanders sein sollte.

Wiebke hat gesagt…

Ich liebe Euren Blog!
die absurde Idee, bei der Autogrammstunde ein Autogramm haben zu wollen ;)
und zum ernsten Teil, ich wünsche auch, daß es für Fady ein ganz großer Schritt vorwärts war. Die Richtung gefällt mir jedenfalls gut.

Ingrid hat gesagt…

Einer der besten Beiträge in diesem Blog - und das will etwas heißen! Humorvoll geschildert UND ernsthaft analysiert, ist er mir aus der Seele geschrieben. Hoffentlich erkennt Fady, dass dies der erste Schritt auf einem neuen, SEINEM neuen und richtigen Weg war, und dass er auf diesem Weg niemals allein sein wird.

Anonym hat gesagt…

corella sagt:Auch ich bin der Meinung, dass sich Fady im gehobenen Rahmen präsentieren sollte.Das Durchschnittsalter der Fans steigt allmählich an und er macht definitiv keine Teenie-Musik, was sich an seiner Cover-Auswahl und erst seinen eigenen Songs erkennen lässt. Als Teenie hätte ich mir seine Musik kaum angehört, heute als gereifter Mensch mittleren Alters gefällt mir das.

Fadyskirsche hat gesagt…

Was soll ich noch sagen? Alle Kommentare vor mir drücken das aus, was ich empfunden habe beim Lesen des Berichtes.

Ich bin begeistert. Die Analyse ist brilliant und ich hoffe genau wie alle anderen, dass Fady sich freischwimmen kann und bin mir gleichzeitig sicher, dass er es packt, wie ich mir nie vorher sicherer gewesen bin. Fady hat was ganz besonderes, er ist einmalig, er ist wunderbar, seine excellente Stimme, sein Wesen - all das schreit nach hochklassigem Ambiente und so wird es auch sein.

Übrigens, Fady macht es einem aber auch leicht, über ihn zu schreiben, denn es ist einfach nur Freude, die man beim berichten empfindet.